Montag, 9. Dezember 2013

La catarata hermosa!



Gestern war ich mit Freunden an einem nahen Wasserfall. Wir haben gebadet und ein leckeres Reisgericht namens „arroz con camarones“ (ähnlich einer Paella mit selbst gefangenen Garnelen und reichlich frischem Koriander) gegessen. Die Stunden am Wasserfall waren super!!! Die Bilder sagen wahrscheinlich mehr als Worte. ;) Ich sag nur... PURA VIDA!!!


Am Nachmittag habe ich mit Bryan einen Teil des Strandes in der Bucht von angeschwemmtem und hinterlassenem Müll gereinigt. Plastikmüll, Angelschnüre und Dosen werden teilweise achtlos ins Meer geworfen und sind gefährlich für Fische, Schildkröten und Delfine. Die Nachbarn schauen teilweise belustigt oder verständnislos, wenn wir uns wieder mal die Mühe machen etwas für den Umweltschutz und die Schönheit der Bucht zu tun. Aber so ist das leider manchmal bei sehr guten Ideen, sie werden nicht von allen verstanden! Esther engagiert sich sehr stark für den Schutz der Natur und ich bewundere ihre Bemühungen und ihren Ehrgeiz die Ticos auf das Müllproblem aufmerksam zu machen.
In Hamburg habe ich Kubb (Wikingerschach) kennen und lieben gelernt. In den nächsten Tagen werde ich ein Kubb- Spiel für die Angestelleten bauen, damit sie am Strand etwas mehr zu tun haben. SMS schreiben, auf das blaue Meer und die untergehende Sonne zu starren wird eben doch irgendwann etwas langweilig…
Aber vielleicht ändert sich das ja bald. ;)
 Gottesanbeterin
 Portrait der Gottesanbeterin
 Bruder von Fabiana mit ziemlich großem Fisch
 Fabiana, Rosi und Diego am Wasserfall
 Diego, Fabiana, Alex y yo





Spielende Kinder im Schlamm

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Eine kleine Razzia am Morgen!



Wenn man hier so gemütlich nach dem Frühstück ein paar Zeilen für den Blog schreibt und plötzlich das spanische Gemurmel von sechs Männern hinter sich hört, wird man skeptisch und dreht sich mal vorsichtig um. Mit Maschinengewehren bewaffnete Männer zählten noch nie zu meinen Lieblingsgesprächspartnern. Zum Glück wollten sie nur meinen Passport sehen. Ich dachte natürlich gleich wieder an meine turbulente Einreise und hatte ein mulmiges Gefühl. Nachdem in der Lodge alles in Ordnung war, zogen die Herren wieder ab.
Vorgestern habe ich noch mal die Mangroventour gemacht. Beim ersten Mal hatte es die ganze Zeit geregnet und man konnte kaum fotografieren.
Das Mangrovengebiet am Esquinas ist wunderschön und man begibt sich in eine scheinbar andere Welt. Die ins Wasser ragenden Äste sind mit Orchideen und Bromelien bewachsen. Große Krabben sitzen an den Stämmen und beobachten die vorbeifahrenden Fremden. Eine Boa constrictor ruht sich zusammengerollt in den Zweigen aus und alles wirkt ziemlich friedlich.
Und nach der Rückkehr in die Lodge endet der Tag mit einem beeindruckenden Sonnenuntergang.








Samstag, 30. November 2013

Pipa und Rum



Mal wieder ein paar Zeilen und vor allem Bilder aus Costa Rica! Die letzten Tage waren unheimlich ruhig. Wenn ein oder zwei Tage mal keine Gäste da sind wundert man sich über die dazu gewonnene Zeit. An den „freien“ Tagen kann man Fischen, Volleyball spielen oder so tun als würde man etwas Sinnvolles machen.
Gestern habe ich aus einer großen Baumwurzel, Orchideen und etwas Moos eine hübsche Terrassendekoration gebaut. Mein Papa, als bekennender Orchideenliebhaber, hätte seine helle Freude gehabt.
Mit zwei Gästen war ich vor einigen Tagen in einem nahen botanischen Garten, dem „Casa de Orquideas“. Am beeindruckendsten war ein riesiger Bambus der wahrscheinlich nichteinmal einheimisch ist. Um ein cooles Foto zu machen bin ich einige Meter den Stamm hochgeklettert. Als ich oben war habe ich gemerkt, dass die Halme mit winzigen kleinen Härchen besetzt waren. Den restlichen Nachmittag hatte ich mit dem Abreiben der Härchen zutun. So ähnlich muss sich ein genüssliches Bad in einem Haufen Glaswolle anfühlen.
Ein Getränk, welches sich wahrscheinlich hervorragend zur Schmerzlinderung eignet, ist der Saft einer grünen Kokosnuss (Pipa) mit einem „kleinen“ Schuss costarikianischem Rum. Da die grünen Kokosnüsse nicht von allein runterfallen, muss man sie eben ernten.
Merke: Wenn die Kokosnuss nicht zu dir kommt, geh zur Kokosnuss!
In diesem Sinne…
… wir sehn uns!










Sonntag, 24. November 2013

Marea de Aguja

Gestern war ein ziemlich unruhiger Tag, deswegen bin ich gar nicht zum Schreiben gekommen. Mit der Ankunft von 12 Sachsen aus Dresden und zwei schweizer Guides kehrte etwas Hektik in die sonst ruhige Lodge ein. Es ist immer wieder verblüffend wo man die Sachsen überall trifft. Natürlich kannten einige der Personen auch das Humboldt Gymnasium und meine Lehrer. Die Welt ist ein Dorf!
Mit den Sachsen bin ich zu der Aussichtsplattform gelaufen. Als wir gerade angekommen waren, hörten wir aus der Ferne das lauter werdende Rauschen eines Regenschauers. Es sind natürlich alle plitschplatsch nass geworden, die meisten haben es mit Humor genommen. „Nu glar doas geheerd eben doazuu.“ Tja im REGENwald regnet es eben manchmal.
Am Abend ist einer der Herren krachend in einem Bambussessel zusammengebrochen. Die Termiten haben scheinbar gewusst an welchen Ecken sie fressen mussten. Nachdem ich den Sessel weggetragen hatte, konnte ich mir ein Lächeln nicht ganz verkneifen.
Agostin hat bei der letzten Tour einige überlebenswichtige Dinge im Dschungel erklärt. Unter anderem war ein Feuerbaum dabei, dessen Pflanzensaft nach Benzin riecht und ziemlich gut brennt. Sauberes Wasser konnten die Gäste aus einem Stück abgehackter Wasserliane trinken.
In direkter Nachbarschaft zur Lodge befindet sich ein Freilassungsprojekt für Papageien und andere Wildtiere. Das Projekt ist außerordentlich erfolgreich und hat dazu geführt, dass es in der Region wieder Hellrote Aras gibt. Die Papageien stammen aus Nachzuchtprojekten oder aus Gefangenschaft. Die als Haustiere gehaltenen Papageien (besonders Grüne Amazonen) sind teilweise stark auf den Menschen geprägt. Gestern flog eine sehr aufdringliche Amazone bei den Gästen auf den Tisch und ich musste sie „todesmutig“ einfangen. Es sind alle Finger noch dran!
In bestimmten Nächten (Marea de Aguja) im Monat kommen an die Küste in der Bucht Hornhechte (Agujas). Bei den Einheimischen sind die Fische sehr beliebt. Da die Bestände zuletzt stark zurückgingen wurde eine Fangquote von 5 Tieren pro Tag und Person festgelegt. Ich habe gestern auch innerhalb weniger Minuten meine 5 Stück zusammen gehabt. 
Moses, ist das Kind eines Aussteigerehepaars auf dem Nachbargrundstück. Der Junge spricht fließend Englisch und Spanisch. Mit ihm macht es großen Spaß zu angeln oder einfach mal zur Abwechslung Englisch zu sprechen.  Nachdem mir die Ticos nicht so richtig erklären konnten wie man die Agujas fängt, konnte er als Dolmetscher fungieren. Großartig!
Heute Abend gibt es also Fisch. Ich habe auch schon ein paar größere Fische gefangen, es sollte somit für die Gäste, Esther und mich reichen.
Buen provecho!

PS. Inzwischen kann ich sagen, dass die Agujas eine Delikatesse sind!






 Rotaugen Laubfrosch
 Holländer mit der Wasserliane
 Das Freilassungsprojekt Zoo Ave

 Eine Anole
 Antonio und Bryan beim Agujas filetieren

 Fabiana
 Ein selbst gefangener Snook
 Moses mit einem stattlichen Aguja
Alle Nachbarn beim Aguja fischen

Montag, 11. November 2013

Hexenschuss inklusive!


Hola!
Gestern sind auch endlich die ersten Gäste in der Lodge angekommen, ein Pärchen aus der Schweiz und eins aus Nordrhein-Westfalen. Die Besucher sind sehr freundlich und interessiert. Am Abend haben wir einen kleinen Biotoprundgang gemacht und neben Schildkröten, einem Ochsenfrosch, einem Rotaugen-Laubfrosch auch 7 Schlangen gesehen.
Die Gästebetreuung macht großen Spaß. Die Schweizer waren vor wenigen Tagen noch in Kuba und  berichten die tollsten Storys. Sie wollten einen Tramper mitnehmen und dieser hat die Gunst der Stunde erkannt und gleich noch ein paar Bekannten Bescheid gesagt, sodass sie am Schluss vier Leute auf der Rückbank des Kleinen Autos hatten. ;) Meine Reisestory sorgt auch immer für ein gutes Gespräch über Amerika und die Tücken des Reisens.
Mit den Schweizern und Agostin (einheimischer Naturführer) haben wir heute eine längere Wanderung zu einem Wasserfall gemacht. Am Wasserfall konnten wir einige Pfeilgiftfrösche sehen und selbst Agostin wollte sie nicht anfassen. Auf dem Rückweg ist uns eine Gruppe Kapuzineraffen begegnet und ein Zweifingerfaultier hing relativ teilnahmslos in den Baumwipfeln.
Beim Fußballspiel mit 7 Ticos hab ich mir letztens einen kleinen Hexenschuss eingefangen. Tja auf nassem Rasen etwas zu übermütig in den Zweikampf gegangen. Man möchte den Zuschauerinnen ja auch eine gute Show bieten…
Inzwischen schüttet es wieder mal wie aus Eimern…
Regnerische Grüße aus dem Dschungel!


1. Lustige weiße Pilze
2. und 3. Neugieriger Klammeraffe
4, 5, und 6. Immer gut festhalten! (Klammeraffenweibchen mit Jungtier)
7. Eine wunderschön gewundene Liane
8. Agostin
9. Michael
10. Tukan
11. Golfo Dulce Pfeilgiftfrosch (endemische Art)
12. Kapuzineraffe