Montag, 3. Februar 2014

Nicaragua - Delikatessen eines Markttages!



Das Abenteuer Nicaragua kann beginnen!
Beim Check-in zum Flug nach Nicaragua gab es wieder mal kleine Unstimmigkeiten. Der nette junge Mann hat mir erklärt, dass der Flug komplett ausgebucht ist und sie mir nicht versprechen können, dass mein Gepäck mitgenommen werden kann. Rechnet man als Airline ja auch nicht damit, dass die Leute auch noch einen Rucksack mitbringen. Das Gepäck kam natürlich mit.
Alle 20 Passagiere warteten schon am Gate aber der Pilot war leider noch nicht da also hat sich der Abflug noch mal um eine halbe Stunde verzögert. Die Ankunft war problemlos und das Hostel ist wirklich angenehm. Auf dem Flug habe ich Phillip aus Österreich kennen gelernt und im Hostel die komplett ausgeflippte New Yorkerin Tina. Mit den Beiden habe ich das Zentrum Managuas und einen Markt besucht. Der Markt war ziemlich unübersichtlich und die Delikatessen etwas zweifelhaft. Die offenen Feuerstellen und der Geruch von Früchten, altem Fisch und Fleisch gaben dem ganzen einen besonderen Charakter. Schon am ersten Tag habe ich gemerkt, dass Nicaragua deutlich ärmer als Costa Rica ist aber die Menschen mindestens genauso freundlich mit uns Weißen umgehen.
Managua gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt, was man bei der ständigen Polizeipräsenz kaum vergessen kann. Jedoch habe ich mich selbst auf dem unübersichtlichen Markt ziemlich sicher gefühlt. Man muss ja nicht bei Nacht durch die finsteren Gassen schleichen.
Hasta luego!
 Co-Pilotin in Aktion
 Wolken über Nicaragua
 Die Kathedrale im alten Stadtkern von Managua wurde beim letzten großen Erdbeben stark beschädigt und die Turmuhr zeigt immernoch die Uhrzeit des Erdbebens.
 Überbleibsel des Erdbebens 1972
 Die Leguane lagen verdächtig nahe neben den Meeresfrüchten, wahrscheinlich werden es keine Haustiere werden.
 Wenn die Zeit einfach mal stehen bleibt...











Sonntag, 2. Februar 2014

Was für ein Theater!



Die ganze Zeit überlege ich, woran mich die Monate hier erinnern, inzwischen weiß ich, dass es sich nur um ein gut inszeniertes Theaterstück handeln kann. Nur leider wird es jetzt am Ende tatsächlich so dramatisch, wie es sich die Zuschauer die ganze Zeit gewünscht haben. An unerfüllte Liebe und die Intrigen hatten sich die Beobachter gerade gewöhnt, aber dass jetzt auch noch Gevatter Tod seine Rolle spielen musste, macht mich wirklich traurig. Antonio ist mein bester Freund hier am Strand, wir haben uns von Anfang an ausgezeichnet verstanden, viel gelacht aber auch ernsthafte Gespräche geführt. Vorgestern Morgen haben wir uns unter Tränen verabschiedet, weil seine Schwester an einer schweren Krankheit verstorben ist und er nach Golfito zur Beerdigung gefahren ist. Seine Schwester kenne ich nur von Bildern, aber allein die Tränen in seinen Augen haben mich den ganzen Vormittag nicht wieder zur Ruhe  kommen lassen. Rosi war auch ziemlich traurig.
Eher geistesabwesend habe ich mit Fabiana das Praktikantenzimmer für den neuen Studenten geputzt. Es hat sich vor wenigen Tagen herausgestellt, dass ich den nächsten Praktikanten (Emanuel) kenne, weil wir zusammen in Hamburg Biologie studiert haben. Vorgestern Nachmittag habe ich mit Emanuel eine Tour in den Wald gemacht, um ihn auf die kommenden Wanderungen vorzubereiten. Bin mal sehr gespannt was er hier so erlebt.
Die große Abschiedsfeier am Mittwoch war überragend. Alle (Antonio, Melvin, Jeffrey, Diego, Alex, Rosi und Fabiana) waren noch mal zusammen am Strand und es gab ein großes Lagerfeuer. Ich hatte am Vortag sechs Makrelen zum Grillen gefangen und Rosi hat noch etwas Schweinefleisch organisiert. Als Beilagen gab es Yuka (Maniok) und Platanos (Kochbananen). Fabi hatte eine große und wirklich liebevoll verzierte Torte für mich gebacken. Den teuersten Kasten Bier meines Lebens (48$) hab ich gern für diesen besonderen Abend ausgegeben. Zur spanischen Musik haben wir bis weit nach Mitternacht gefeiert, getanzt, gelacht und erzählt. Das obligatorische letzte Bad im Golfo Dulce durfte natürlich auch nicht fehlen. Und so ging diese wirklich schöne Zeit hier dem Ende entgegen. Gestern bin ich nach Golfito und von da nach San José gefahren. Morgen fliege ich dann nach Nicaragua.
Vor der Abfahrt nach San José habe ich Rosi und Melvin noch mal im Samoa del Sur, einem kleinen Restaurant in Golfito getroffen. Nach den letzten Abschiedsfotos war die Zeit in der Lodge dann tatsächlich vorbei. Vielleicht sieht man ja den Einen oder die Andere noch mal wieder.
Der Bus nach San José kam pünktlich und so konnte die Fahrt über den „Cerro de la muerte“ (wörtl. Hügel des Todes) starten. Erst auf der letzten Teilstrecke konnte man erahnen woher der Name kommt. Ich hatte auch noch ausgerechnet den Platz in der ersten Reihe und konnte/musste den Fahrer und seine Fahrkünste die ganze Zeit beobachten. Die Serpentinen durch die Berge laden schon bei Helligkeit und guter Sicht nicht wirklich zum Überholen ein aber bei Nebel und Dunkelheit braucht man schon ein gewisses Gottvertrauen um den Versuch zu starten. Die junge Frau neben mir hat seelenruhig geschlafen. Wie der Fahrer den vollbesetzten Reisebus den Berg hoch geprügelt hat war schon sehr beeindruckend, ein Rallye-Fahrer hätte das nicht besser hinbekommen. In den Berg sank die Außentemperatur auf winterliche 15°C und wurde auch bis San José nicht mehr wärmer. Nach drei Monaten in T-Shirt und kurzer Hose musste ich tatsächlich das erste Mal einen Pullover anziehen.
Ab morgen wird es wieder wärmer.
Nicaragua ich komme!!

Ps.: San José hat auch als Hauptstadt des reichsten Landes Zentralamerikas so seine Schattenseiten. Nicht jede Gasse die ich heute gesehen habe würde ich in der Nacht wieder aufsuchen. 

 Der Morphofalter auf verschwindend klein wirkenden Mansana de agua Früchten
Schönes Feuer und schöne Abschiedsfeier
 Ein letztes Mal in den Arm nehmen.
 Emanuel, der neue Praktikant
 Rosi und ich im Samoa
 Melvin
 San José
 San José
 San José

Sonntag, 26. Januar 2014

Wenn "Cajeta" nicht das süßeste im Raum ist, fragen sie ihren Arzt oder Apotheker!



Nachdem wir die giftgrünen Smoothies der lustigen Gabi aus München gut überstanden hatten, stand das vorerst letzte Mal Agujas (Nadelfische) fangen auf dem Tagesplan. Diesmal kamen ausgesprochen viele Tiere in die Bucht und in den Abendstunden färbte sich das Wasser bläulich milchig vom Sperma und den Eiern der laichenden Fische.  
Antonio musste etwas schmunzeln als ich ihm erklärt habe, dass ich in den letzten zwei Monaten vergessen hatte, wie die Fische zu filetieren sind aber natürlich hat er mir wieder geholfen. Beim Agujas fischen kommen alle Menschen der Bucht zusammen und es ist ein guter Zeitpunkt zum  Planen weiterer Aktivitäten. Pablo war an dem Tag leicht angeheitert weil er Liebeskummer hatte und reichte großzügig die Rumflasche herum. Die Ticos lieben Salz und saure Früchte zu ihrem Rum und so wird der säuerliche „Mansana de agua“ (Wasserapfel) zuerst mit Salz paniert bevor man hinein beißt. Damit sich die Gesichtszüge wieder entspannen, braucht man nach dem sauren Früchtchen den Rum. Pablo hat Fabi, Rosi, Alex und mich zum Cusucu sammeln eingeladen. Bei den Cusucus handelt es sich um kleine Krebstiere, die sich im Sand der Brandungszone aufhalten. Am nächsten Tag waren wir also bei Pablo und mussten zunächst für ihn die Geschehnisse des letzten Abends rekonstruieren. Ihm ging es inzwischen schon wieder ganz gut und er hat eine Leckere Süßspeise namens „Cajeta“ zubereitet. Die Hauptzutaten für die Herstellung der Süßigkeit sind Zucker, Kokosraspel, Zucker, Milch, Zucker, Butter und etwas Vanillezucker. Nachdem die ganze Masse eine Viertelstunde unter ständigem Rühren goldbraun ist, wird sie auf einem Brett ausgebreitet und zu kleinen Keksen geschnitten. Lecker! Meine neue Lieblingssüßigkeit.
Die Cusucus wurden mit der Schaufel geborgen. Der Sand wurde in Richtung Strand geworfen und Fabi und ich haben die Krebse aufgesammelt. Leider haben wir nur 15 Stück gefunden also reichte es nicht wirklich für eine Mahlzeit.
Das abendliche Volleyballspiel mit Fabi, das Fischen vom Kajak und die ganzen anderen spannenden Erlebnisse werde ich etwas vermissen…
… aber noch sind es 6 Tage! Quiero disfrutar los ultimos dias!

Pablo bereitet Cajeta zu


 Nochmal meine Lieblingssüßigkeit
Rosi und Pablo suchen nach den Cusucus
 Cusucu
 Spieglein, Spieglein an der Wand...
 Stilecht einen Salat für Gabi zubereiten
 Der Hellrote Ara
 Agujas
 Die ersten Groupies beim Aguja fangen

Montag, 20. Januar 2014

Wenn es am schönsten ist soll man weitermachen.


Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich mich richtig an diesen Spruch erinnere aber so gefällt er mir auf jeden Fall besser.
Nachdem meine Eltern nach 10 Tagen in der Lodge wieder abgereist sind, blieb zumindest die lustige Gabi aus München noch einige Tage. Gabi macht Smoothies aus Früchten, Bananenlaub und Zitronenblättern, die gegen alles Mögliche helfen sollen. Geschmacklich könnte man auf das Laub gut verzichten aber das Chlorophyll dient der Ausscheidung von schädlichen Stoffen aus dem Körper. Manchmal versetzt natürlich auch der Glaube Berge. ;)
Die lustige Gabi aus München hat eine Slackline mitgebracht, die den Alltag noch etwas unterhaltsamer macht. Besonders Fabi macht eine hervorragende Figur beim Balancieren.
In den letzten Tagen habe ich auch endlich verstanden, wie man im Golf erfolgreich Fische fängt. Wenn man mit dem Kajak raus fährt und einen kleinen Kunstköder hinter dem Boot herzieht, ist es eine Sache von wenigen Sekunden bis der erste Bonito oder die erste Makrele anbeißt. Hin und Wieder ist auch eine Meerjungfrau dabei, aber Esther meint ich solle sie wieder freilassen, weil sie sich hier wohler fühlen...

una sonrisa
Fabi auf der Slackline
Señor Antonio bei der Termitenbekämpfung
Eine Boa in Esthers Haus. Weniger ein Haustier als ein geschätzter Gast.

Samstag, 11. Januar 2014

Familientreffen im Regenwald



Das neue Jahr ist inzwischen schon wieder 11 Tage alt. Hier in der Lodge könnte man eigentlich auch ganz gut ohne Datum und Wochentage leben. Die Uhrzeit ist eigentlich nur wichtig damit man die Mahlzeiten nicht verpasst. Alles Weitere bestimmen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.
Am Tag nach Silvester wurde ich von Rosi, Fabiana und Alex zum Grillen eingeladen. Es gab Schweinefleisch mit gekochten, grün geernteten Bananen und einem kleinen Salat mit Koriander. Fabiana hat einfach Blättchen auf der Wiese gepflückt und die haben tatsächlich stark nach Koriander geschmeckt. Das Fleisch auf dem Grill hat Alex mit zwei großen Helikonienblättern abgedeckt um es richtig garen zu lassen. Das war mal eine original costaricanische Mahlzeit. ;)
Die Tage nach Silvester wurden durch die Anreise und Ankunft meiner Eltern geprägt. Nachdem es noch kleinere Probleme mit den Flugtickets gab, kamen Sie am 7. Januar in Golfito an. Als guter Sohn steht man dann natürlich früh 5:00 Uhr auf und holt sie vom Flughafen ab. Es hat sich gelohnt! Habe die beiden selten so glücklich gesehen.
 In den vergangenen Tagen haben wir hauptsächlich kleinere Touren in den Dschungel unternommen. Zwei so begeisterte Biologen auf dem Weg durch den tropischen Regenwald zu beobachten ist fast spannender als die Kapuzineraffen, Aras und Pfeilgiftfrösche. Jedes gelangweilt da sitzende Insekt und jedes unscheinbare Pflänzchen wird mehrfach fotografiert. Nun weiß ich zumindest woher ich es habe…
Heute wollten wir eigentlich eine Mangroventour machen und dabei die Boas, Kaimane und Krokodile beobachten, aber der Bootsmotor wollte da nicht mitspielen. 
Im Golfo Dulce soll sich seit einigen Tagen ein Walhai aufhalten, den hätte ich natürlich auch gern mal gesehen. Also hoffen wir mal auf morgen.
 Alex und Rosi beim Grillen
 Fabiana mit den costarikanischen Leckereien
 Aras an ihrer Bruthöhle




So sieht eine glückliche Ankunft aus
 Die lieben Eltern im Regenwald
Hourglass tree frog

Mittwoch, 1. Januar 2014

Feliz año nuevo!



Nachdem ich kurz vor Weihnachten wieder in den sicheren Hafen "Golfo Dulce Lodge" eingelaufen war, gab es eine kurze mehr oder weniger überschwängliche Begrüßung. Die aus Panama mitgebrachten Geschenke habe ich, wie es bei Martin und mir üblich ist, in einer nächtlichen „Oh Gott morgen ist Weihnachten-Aktion“ eingepackt. Geschenkpapier war keins zur Hand also dienten Blätter also ökologisch abbaubare Alternative. Die Mitbringsel kamen alle sehr gut an.
Am Heiligabend war hier nicht sonderlich viel zu tun, weil keine Gäste in der Lodge waren. Umso weniger man über den Tag zu tun hat, umso mehr denkt man an die Familie und die Freunde. 
Das wirklich sehr gute Rindersteak hat am Abend die Gedanken vorerst vertrieben. Nach dem Essen habe ich mit Esther zwei Partien Schach gespielt und ein paar Gläser Rotwein getrunken.
Am 25. habe ich mit einigen Nachbarn und Angestellten am Strand gegrillt und einen unterhaltsamen Abend verbracht.
Am nächsten Tag wurde es abends dann richtig spannend. Ich war mit zwei Deutschen am Strand weil sie meinen Lieblingsplatz in der Lodge sehen wollten. Plötzlich fingen Punkte am Strand an zu leuchten. Überall wo die Brandung das Meer kräftig aufwirbelte leuchtete das Wasser. Ich hatte zufällig am Tag zuvor im Buch „Der Strand“ von Bioluminiszens gelesen. Wenn man ins Wasser geht, fängt das verwirbelte Wasser an zu leuchten. Die bläulich grün strahlenden Füße sind schon echt beeindruckend. Verursacht wird der ganze Spuk von Algen die auf potentielle Fressfeinde reagieren.
Pünktlich kurz vor Sylvester sind ein paar junge Schweizer angekommen, mit denen ich den Abend wirklich genossen habe. Im Nachhinein hat sich das natürlich als großer Fehler erwiesen, wie so oft bei schönen Dingen.

 Blattschneiderameisen

Schizolobium in voller Blüte
Mexikanische Papageien Schlange
Weihnachtsgeschenke
Orchideenbiene