Montag, 10. Februar 2014

Over the rainbow!




Das Stadtzentrum von León ist ziemlich schön aber noch beeindruckender sind die Vulkane im Umland. Mit den zwei Vorarlbergern habe ich eine zweitägige Vulkanwanderung gemacht. Im Preis inbegriffen ist das adrenalinversprechende Vulcano-Boarding. Zunächst haben wir den Vulkan Cerro Negro bestiegen. In der schwarzen Asche eine Stunde den Hang hochzulaufen, um danach auf einem Holzbrett die wirklich steile Flanke des Berges wieder runterzurutschen klingt vielleicht etwas verrückt aber es macht ziemlich viel Spaß. Nach dem Anlegen der löchrigen Schutzanzüge, den Handschuhen und den Schutzbrillen geht’s in einer beängstigenden Geschwindigkeit den Abhang runter. Die Holzschlitten sind leider kaum zu lenken und auch das Bremsen mit den löchrigen Handschuhen ist eine Herausforderung. No risk no fun! 
Die zwei Östrreicher waren etwas mutiger als ich und sind ungebremst den Hang runtergesaust. Matthias hat sich dabei Überschlagen aber er kam ohne größere Verletzungen davon. Ich habe etwas mehr gebremst, was reichlich Asche und schwarzen Sand in die Schuhe und den Anzug befördert hat. Nach der Abfahrt konnte das eigentlich Hiking beginnen. Wenn man weiß, dass einen zwei Tage ohne Dusche erwarten, macht man sich seine Gedanken über Vulkanasche in Haaren, Ohren und überall sonst.
Die Wanderung begann mit einem steilen Aufstieg bei dem die acht Liter Trinkwasser und das Zelt auf dem Rücken keine große Hilfe waren. Der erste Ausblick hat schon für einiges entschädigt. Samatha, unser Guide, hatte die Tour eindeutig schon ein paar Mal häufiger gemacht und konnte auch mit ihren 22 Kilo auf dem Rücken fröhlich voran laufen. Laura (anderer Guide) die zwei Österreicher und ich gingen da schon auf dem Zahnfleisch. Eine halbe Stunde vor dem Gipfelcamp haben wir uns noch mit reichlich Feuerholz eingedeckt, um am Abend auch etwas Warmes zu Essen zu haben. Die Zelte haben wir knapp unterhalb des Kraters aufgebaut. Vom Gipfel des Vulkans, El Hoyo, haben wir den Sonnenuntergang bestaunt, als Laurin plötzlich hinter uns den krassesten Regenbogen den ich je erlebt habe gesehen hat. Der wunderschöne Sonnenuntergang wurde für eine Minute zur Nebensache, denn viel länger dauert der Regenschauer nicht.
Am Abend haben Laura und Samatha für uns über dem offenen Feuer gekocht und danach gabs auch noch einige Marshmallows. Einzig der Wind hat das Abenteur da oben etwas unangenehm gemacht. Am nächsten Tag sind wir weitere vier Stunden in der Gluthitze zu einem Kratersee gelaufen um nach einer gefühlten Ewigkeit das Baden zu genießen. Die Wanderung war unglaublich anstrengend aber hat sich definitiv gelohnt!
Für den nächsten Tag hatten wir einen gemütlichen Strandtag geplant aber wenn man die Wellen so sieht wird man ganz automatisch auf die Surfbretter gelockt. Am Abend waren dann nicht nur die Beine und der Rücken komplett kraftlos, sondern auch die Arme fühlten sich an als wären sie aus Blei.
Heute sind wir gemeinsam mit letzter Kraft nach Granada gefahren und hier erholen wir uns erstmal eine Weile.
Ein entspanntes Bier am Abend vor der Vulkanwanderung
Auf dem Weg zum Volano-Boarding
Matthias und Laurin mit den unglaublich sicheren Schlitten
Der Krater des Cerro Negro
Drei ziemlich coole Typen kurz vor der Abfahrt
Eine Stunde nach dem Volacon-Boarding gings dann den nächsten Vulkan schon wieder rauf.

Der Cerro Negro
Ich, Laurin, Samatha, Matthias und Laura
Laurin und Matthias kümmern sich um das Feuerholz
Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner und vorallem wärmer machen.
Die Stelle hat mich etwas an Herr der Ringe erinnert.
Campen auf einem Vulkan
Der schönste Regenbogen der Welt!
Lagerfeuer und Lagerfeuergeschichten
Kurz vor Sonnenaufgang auf dem El Hoyo

Ein erfrischendes Bad in einem Kratersee
Auch die locals wissen was Spaß macht.
In der Rangerstation konnte man uns scheinbar den Wunsch nach einem eiskalten Bier schon von den Augen ablesen.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Über den Dächern von Léon!




In Managua habe ich noch einen extrem entspannten „Planungstag“ mit mehreren Schweizern und Österreichern verbracht. Lauren und Matthias aus Vorarlberg hatten zufällig die gleiche Idee heute nach Léon zu fahren. Zum Hostel wurden wir von zwei Bicitaxis gebracht. An das Fahrrad wird einfach vorn eine kleine Kiste angebaut in der zwei Leute mit Gepäck Platz finden und schon ist man stolzer Besitzer eines Bicitaxis. Die Tour durch die Stadt war das erste Abenteuer des Tages. Das Hostel erinnert eher an eine große Hotelanlage. In den Innenhöfen gedeihen unzählige tropische Pflanzen und Hängematten und Schaukelstühle laden zum Entspannen ein. Einzig die Dormzimmer zeigen, dass es sich um ein Backpacker Hostel handelt. Der ganze Spaß kostet pro Nacht 5 Dollar also kann man sich hier mal für ein paar Tage einquartieren und die Vulkane in der Region erkunden.
Léon ist eine wunderschöne Stadt und im alten Stadtzentrum befindet sich die größte Kathedrale Zentralamerikas. Wenn man ganz lieb ist und die 3 Dollar bezahlt, darf man auf den Kuppeln des riesigen Gebäudes herumspazieren. Der Blick über die Stadt mit den Ziegeldächern und die Vulkane in der Region war tatsächlich ziemlich beeindruckend. 

 Bicitaxi mit Matthias und Lauren
 Entspannen
 Kathedrale in Léon
 Auf der Kathedrale

 Glücksspiel kann süchtig machen! BZgA

Montag, 3. Februar 2014

Nicaragua - Delikatessen eines Markttages!



Das Abenteuer Nicaragua kann beginnen!
Beim Check-in zum Flug nach Nicaragua gab es wieder mal kleine Unstimmigkeiten. Der nette junge Mann hat mir erklärt, dass der Flug komplett ausgebucht ist und sie mir nicht versprechen können, dass mein Gepäck mitgenommen werden kann. Rechnet man als Airline ja auch nicht damit, dass die Leute auch noch einen Rucksack mitbringen. Das Gepäck kam natürlich mit.
Alle 20 Passagiere warteten schon am Gate aber der Pilot war leider noch nicht da also hat sich der Abflug noch mal um eine halbe Stunde verzögert. Die Ankunft war problemlos und das Hostel ist wirklich angenehm. Auf dem Flug habe ich Phillip aus Österreich kennen gelernt und im Hostel die komplett ausgeflippte New Yorkerin Tina. Mit den Beiden habe ich das Zentrum Managuas und einen Markt besucht. Der Markt war ziemlich unübersichtlich und die Delikatessen etwas zweifelhaft. Die offenen Feuerstellen und der Geruch von Früchten, altem Fisch und Fleisch gaben dem ganzen einen besonderen Charakter. Schon am ersten Tag habe ich gemerkt, dass Nicaragua deutlich ärmer als Costa Rica ist aber die Menschen mindestens genauso freundlich mit uns Weißen umgehen.
Managua gilt als eine der gefährlichsten Städte der Welt, was man bei der ständigen Polizeipräsenz kaum vergessen kann. Jedoch habe ich mich selbst auf dem unübersichtlichen Markt ziemlich sicher gefühlt. Man muss ja nicht bei Nacht durch die finsteren Gassen schleichen.
Hasta luego!
 Co-Pilotin in Aktion
 Wolken über Nicaragua
 Die Kathedrale im alten Stadtkern von Managua wurde beim letzten großen Erdbeben stark beschädigt und die Turmuhr zeigt immernoch die Uhrzeit des Erdbebens.
 Überbleibsel des Erdbebens 1972
 Die Leguane lagen verdächtig nahe neben den Meeresfrüchten, wahrscheinlich werden es keine Haustiere werden.
 Wenn die Zeit einfach mal stehen bleibt...











Sonntag, 2. Februar 2014

Was für ein Theater!



Die ganze Zeit überlege ich, woran mich die Monate hier erinnern, inzwischen weiß ich, dass es sich nur um ein gut inszeniertes Theaterstück handeln kann. Nur leider wird es jetzt am Ende tatsächlich so dramatisch, wie es sich die Zuschauer die ganze Zeit gewünscht haben. An unerfüllte Liebe und die Intrigen hatten sich die Beobachter gerade gewöhnt, aber dass jetzt auch noch Gevatter Tod seine Rolle spielen musste, macht mich wirklich traurig. Antonio ist mein bester Freund hier am Strand, wir haben uns von Anfang an ausgezeichnet verstanden, viel gelacht aber auch ernsthafte Gespräche geführt. Vorgestern Morgen haben wir uns unter Tränen verabschiedet, weil seine Schwester an einer schweren Krankheit verstorben ist und er nach Golfito zur Beerdigung gefahren ist. Seine Schwester kenne ich nur von Bildern, aber allein die Tränen in seinen Augen haben mich den ganzen Vormittag nicht wieder zur Ruhe  kommen lassen. Rosi war auch ziemlich traurig.
Eher geistesabwesend habe ich mit Fabiana das Praktikantenzimmer für den neuen Studenten geputzt. Es hat sich vor wenigen Tagen herausgestellt, dass ich den nächsten Praktikanten (Emanuel) kenne, weil wir zusammen in Hamburg Biologie studiert haben. Vorgestern Nachmittag habe ich mit Emanuel eine Tour in den Wald gemacht, um ihn auf die kommenden Wanderungen vorzubereiten. Bin mal sehr gespannt was er hier so erlebt.
Die große Abschiedsfeier am Mittwoch war überragend. Alle (Antonio, Melvin, Jeffrey, Diego, Alex, Rosi und Fabiana) waren noch mal zusammen am Strand und es gab ein großes Lagerfeuer. Ich hatte am Vortag sechs Makrelen zum Grillen gefangen und Rosi hat noch etwas Schweinefleisch organisiert. Als Beilagen gab es Yuka (Maniok) und Platanos (Kochbananen). Fabi hatte eine große und wirklich liebevoll verzierte Torte für mich gebacken. Den teuersten Kasten Bier meines Lebens (48$) hab ich gern für diesen besonderen Abend ausgegeben. Zur spanischen Musik haben wir bis weit nach Mitternacht gefeiert, getanzt, gelacht und erzählt. Das obligatorische letzte Bad im Golfo Dulce durfte natürlich auch nicht fehlen. Und so ging diese wirklich schöne Zeit hier dem Ende entgegen. Gestern bin ich nach Golfito und von da nach San José gefahren. Morgen fliege ich dann nach Nicaragua.
Vor der Abfahrt nach San José habe ich Rosi und Melvin noch mal im Samoa del Sur, einem kleinen Restaurant in Golfito getroffen. Nach den letzten Abschiedsfotos war die Zeit in der Lodge dann tatsächlich vorbei. Vielleicht sieht man ja den Einen oder die Andere noch mal wieder.
Der Bus nach San José kam pünktlich und so konnte die Fahrt über den „Cerro de la muerte“ (wörtl. Hügel des Todes) starten. Erst auf der letzten Teilstrecke konnte man erahnen woher der Name kommt. Ich hatte auch noch ausgerechnet den Platz in der ersten Reihe und konnte/musste den Fahrer und seine Fahrkünste die ganze Zeit beobachten. Die Serpentinen durch die Berge laden schon bei Helligkeit und guter Sicht nicht wirklich zum Überholen ein aber bei Nebel und Dunkelheit braucht man schon ein gewisses Gottvertrauen um den Versuch zu starten. Die junge Frau neben mir hat seelenruhig geschlafen. Wie der Fahrer den vollbesetzten Reisebus den Berg hoch geprügelt hat war schon sehr beeindruckend, ein Rallye-Fahrer hätte das nicht besser hinbekommen. In den Berg sank die Außentemperatur auf winterliche 15°C und wurde auch bis San José nicht mehr wärmer. Nach drei Monaten in T-Shirt und kurzer Hose musste ich tatsächlich das erste Mal einen Pullover anziehen.
Ab morgen wird es wieder wärmer.
Nicaragua ich komme!!

Ps.: San José hat auch als Hauptstadt des reichsten Landes Zentralamerikas so seine Schattenseiten. Nicht jede Gasse die ich heute gesehen habe würde ich in der Nacht wieder aufsuchen. 

 Der Morphofalter auf verschwindend klein wirkenden Mansana de agua Früchten
Schönes Feuer und schöne Abschiedsfeier
 Ein letztes Mal in den Arm nehmen.
 Emanuel, der neue Praktikant
 Rosi und ich im Samoa
 Melvin
 San José
 San José
 San José